Senioren surfen im Internet

In Hugstetten finden ältere Leute Spaß an der Angebotspalette, die der Computer bietet

Von BZ - Mitarbeiterin Eva-Katharina Mirow
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Interessiert lassen sich Senioren Tipps fürs Internet gebenFOTO: EVA-KATHARINA MIROW
MARCH-HUGSTETTEN. Mit dem Ziel, Senioren die Angst vor der virtuellen Welt zu nehmen, wurde zum Sommerfest am Sonntag im Marcher Seniorenzentrum das neue Internet-Café eingeweiht. In enger Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum wurden dafür drei Computer im „Café Vis-à-vis“ aufgestellt. Einer wird im Endeffekt allen Interessierten zum Üben gebührenfrei zur Verfügung stehen.



„In erster Linie wollen wir damit unseren Senioren die Scheu vor Computern nehmen. Viele können sich gar nicht vorstellen, dass der Computer nicht nur die alte Schreibmaschine ablöst. Sie sollen sehen, dass sich einem mit dem Internet ganz neue Welten öffnen können“, sagte Hadwig Storch, Leiterin des Seniorenzentrums.

Um die älteren Herrschaften zu locken und neugierig zu machen, ließ sie sich für diesen Tag den „Internet-Gutschein“ einfallen. Jeder, der sich für mindestens zehn Minuten, unter der professionellen Anleitung der Marcher Jugend, ins Internet traute, bekam Kaffee und Kuchen spendiert. Schnell verwandelte sich die anfängliche Hemmschwelle in grenzenlose Neugier. Die drei Computer standen schnell unter Dauerbelagerung, was nicht nur am freien Kaffee und Kuchen lag.

Weitere Attraktionen des Sommerfestes waren zudem Tanz- und Rap-Einlagen der engagierten Jugendlichen, unter der Leitung von Martina Graner. „Wir kooperieren hier ganz bewusst und viel mit dem Jugendzentrum. Denn uns ist die Zusammenführung von Jung und Alt mehr als wichtig“, erklärte Storch.

„Leider vergisst man ja schnell so viel.“

Die Idee für die Einrichtung eines Internet-Cafés gab es allerdings schon seit längerem. Bereits vor einigen Monaten nahmen rund 20 Senioren an einem mehrwöchigen Computerkurs für Einsteiger teil. Der Älteste ist stolze 84 Jahre alt. Ihnen wurde der Umgang mit dem Schreckgespenst Computer, vom Briefe- schreiben bis zu den Weiten des World Wide Web, gezeigt. Wieder einmal ging die Initiative von den Jugendlichen aus. Sie bemühen sich in March stark um die älteren Menschen und stoßen damit auf viel Erfolg und Dankbarkeit.

„Leider vergisst man ja so schnell so viel“, erzählte Werner Schelb, der selbst am Kurs teilnahm. Weil die von Jugendlichen geleiteten Seminare aber so begeistert aufgenommen wurden, soll im Herbst ein Fortgeschrittenenkurs folgen. Zum einen sei es für die Älteren etwas ganz Neues, zum anderen fühle man sich von der Jugend, entgegen aller Vorurteile, integriert und respektiert.

„Für mich war es verblüffend zu sehen, wie viel man aus dem Internet fischen kann. Ich habe beispielsweise unser Hotel vom Schwedenurlaub gefunden. Ich hätte nie gedacht, dass es so was gibt“, sagte Schelb. Vor allem für Menschen, die körperlich nicht mehr so fit sind, sei das Internet eine tolle Alternative sich über alles informieren zu können.

Mit der Eröffnung des Internet-Cafés konnten die Marcher zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Sie konnten zeigen, dass Jung und Alt doch ein gutes Team sind und die Senioren gleichzeitig für das moderne Zeitalter begeistern.

(Badische Zeitung vom 29. Juni 2005)



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