"So eine Aktion würden wir sofort wieder machen"



| Foto: Barbara Schmidt

BÖTZINGEN. Es ist gelungen: die 72-Stunden-Aktion katholischer Jugendgruppen hat ihre Ziele erreicht. Stolz konnten die Jugendlichen am Sonntagnachmittag ihre Projekte präsentieren. Denn fast überall, wo seit Donnerstagabend fleißig geplant und gearbeitet worden war, gab es noch Zeit und Energie, jeweils ein kleines Fest auf die Beine zu stellen. Das war oft auch Teil der gestellten Aufgaben, deren Inhalt die Jugendlichen ja erst am Donnerstag um 17.07 Uhr erfahren hatten.

In Bötzingen hatte die Gruppe der "16 Fitties" den Waldspielplatz bei den Erlenschachen hergerichtet. Mit einem "Waldfest" am Sonntag konnte das Ergebnis dann gleich getestet werden. Denn die auf 19 Teilnehmer angewachsene Gruppe der Firmlinge aus der Seelsorgeeinheit Gottenheim hatte zuvor in Kindergärten und an der Grundschule für das Fest geworben. Am Samstag, bei der Eröffnung des Freibads, hatte auch Gabi Schneckenburger, die Gattin des Bürgermeisters, für das Fest geworben. Und so kamen am Sonntag nicht nur die Eltern der Firmlinge sondern auch Familien mit kleineren Kindern, um sich davon überraschen zu lassen, was die Jugendlichen auf die Beine stellten. Die hatten für die Kinder eine Spielstraße aufgebaut, die auch ein Stück weit in den Wald hineinführte. Bei der Schutzhütte waren auf Biertischen selbst gebackene oder gestiftete Kuchen und Gebäck sowie Getränke aufgetischt. Am Sonntagvormittag hatten die Jugendlichen ihre Arbeit, die bundesweit unter dem Motto "Uns schickt der Himmel" stand, auch im katholischen Gottesdienst vorgestellt.

Die Jugendlichen, alle im einheitlichen blauen T-Shirt der 72- Stunden-Aktion, mussten sich teilweise auch um die Beschaffung des Materials, wie etwa Farben und Lacke, kümmern, ebenso an den drei Aktionstagen auch um ihre eigene Verpflegung. Was sie nicht selbst zu Fuß oder mit Rädern herbeischaffen konnten nahm Hans Baulig im Auto mit. "Ich spielte den Kurier" lachte der katholische Gemeindereferent, der wie die Betreuerin Julia Plaggemeier den Jugendlichen als Ansprechpartner zur Verfügung stand. Für die spendenfreudigen Firmen – vom Metzger und Bäcker über den Getränkelieferanten bis zum Haushalts- oder Baustoffhändler – entwarfen die Jugendlichen noch eigens Dankesurkunden. Am Freitag hatte es kurzzeitig geregnet, was aber die Jugendlichen nicht hinderte, die frisch mit vom Bötzinger Steinbruch gestifteten Steinen eingefasste Lagerfeuerstelle einzuweihen. Einige Jugendlichen übernachteten dann auch beim benachbarten Hundesportverein, der seine Wiese und sein Vereinsheim als Stützpunkt zur Verfügung stellte.

Wer trotz eines kurzen Schauers am Sonntag aushielt, der konnte mitverfolgen, wie Bürgermeister Dieter Schneckenburger um 17.07 Uhr das Projekt beschloss, o genau 72-Stunden, nachdem er den Jugendlichen die Projektaufgabe übergeben hatte. Er zeigte sich vom Ergebnis beeindruckt und lobte das Engagement der Jugendlichen, aber auch ihrer Betreuer und der vielen Sponsoren.

Lob gab es auch in der March für die dort bei zwei Projekten aktiven Ministrantengruppen (wir berichteten). "Ich war wirklich beeindruckt, was die Jugendlichen da geleistet haben" erklärte Bürgermeister Josef Hügele auch am Montag im Gemeinderat. Er habe großen Respekt vor diesem Einsatz, dessen Ergebnisse eine Bereicherung für die Gemeinde darstellten. Die Kindergartenräume in Buchheim haben eine neues Gesicht, wobei auch ein bunter Regenbogen für farbige Stimmung sorgt. In Holzhausen zeugen ein vergrößertes Terrarium für die Schildkröten in der Grundschule, Hüpfspiele auf dem Schulhof und eine Halfpipe am Sportplatz von der Aktion. Sie wurde von einer 72-Stunden-Aktionsgruppe der Seelsorgeeinheit Merdingen in Oberrimsingen abgebaut und – da sie Bürgermeister Hügele für die March ersteigert hatte – nach Holzhausen gebracht und wieder aufgebaut. "So eine Aktion würden wir sofort wieder machen", das hat Hans Baulig von vielen der an der Aktion teilnehmenden Jugendlichen gehört.

Badische Zeitung vom 13.05.2009