Aktuelle Meldung

Aus dem Gemeinderat vom 13. Oktober 2014


Vorstellung der Lärmaktionsplanung für die Marcher Hauptverkehrsstraßen und zur Lärmbelastung durch die Autobahn

Der Entwurf des Lärmaktionsplanes wurde den Gemeinderäten von Herrn Colloseus und Herrn Gier vom Büro Fichtner vorgestellt. Herr Colloseus trug zunächst die Planung für die Hauptverkehrsstraßen vor. Auf Grund einer EU-Richtlinie sind Lärmkartierungen für Straßen durchzuführen auf denen jährlich mehr als 3 Mio Kraftfahrzeug pro Jahr verkehren, auf deren Grundlage ein Lärmaktionsplan zu erstellen ist, der Maßnahmen zur Lärmminderung aufzeigen soll. Betroffen hiervon sind die Hauptverkehrsstraßen in den Ortsteilen. Die Lärmkarten der LUBW können im Internet unter http://www.lubw.baden-wuertemmberg.de/servlet/
is/218083
eingesehen werden. Die Erläuterung der Aufgaben der Lärmaktionspläne unter http://www.lubw.badenwuerttemberg.de/servlet/is/219362. Die Analyse der bestehenden Lärmbelastungen ergab Handlungsbedarf. Empfohlen wurden insbesondere Geschwindigkeitsbeschränkungen an Lärmschwerpunkten, vorzugsweise mit einer Tempo 30 Regelung, wobei für alle Ortsteile eine einheitliche
Regelung angestrebt werden sollte.

Nach der Vorstellung im Gemeinderat wird eine Öffentlichkeitsbeteiligung sowie eine Anhörung der Träger öffentlicher Belange erfolgen, deren Ergebnis in die Entscheidung über die Ausgestaltung des Lärmaktionsplanes und der durchzuführenden Maßnahmen einfließen wird
und vom Gemeinderat beschlossen werden muss. Auch die von den Bürgern in dieser Sitzung gemachten Anregungen fließen in die weitere Planung mit ein.

Herr Wunderlich von der unteren Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes führte aus, dass auf die Umsetzung von verkehrsrechtlichen Maßnahmen, welche sich aus der Lärmaktionsplanung ergeben, ein Anspruch auf Umsetzung besteht. Die Kosten trägt der jeweilige Straßenbaulastträger. Bauliche Maßnahmen, z.B. Lärmschutzwände, sind, so Herr Wunderlich, jedoch nur als Hinweis zu verstehen. Dieser ist nicht bindend für den Straßenbaulastträger. Eine Umsetzung liegt im jeweiligen Ermessen.

Herr Gier referierte über die Möglichkeiten eines Lärmschutzes entlang der Autobahn A 5. Untersucht wurde der nördliche Bereich bis zur geplanten Tank- und Rastanlage. Dieser wurde in 4 Abschnitte eingeteilt. Erschwert wird die Realisierung von Maßnahmen insbesondere durch die Tatsache, dass sich dieser Bereich sowohl über zwei Gemarkungs- als auch zwei Kreisgrenzen erstreckt, was einen erhöhten Abstimmungsbedarf und auch die Zustimmung Dritter zu den vorgeschlagenen Maßnahmen bedeutet.

Darüber hinaus wird die Verwirklichung durch die vorhandenen Gegebenheiten wie Schutzgebietsgrenzen, Biotope, Überschwemmungs- und FFH-Gebiete, Hochspannungsleitungen der EnBW, die Autobahnentwässerung sowie den hohen Grundwasserstand erschwert.

Vorgeschlagen werden im Wesentlichen die Verlängerung des bestehenden Lärmschutzwalles und eine Erhöhung des bestehenden Walles von derzeit ca. 3,2 m auf insgesamt 8,0 m auf einer Länge von
insgesamt rund 1.130 Metern.

Die Gesamtkosten für alle Abschnitte werden auf 1,87 Mio € geschätzt, die
sich nach Meinung der Planer durch die Verwendung von Erdaushub für den Schutzwall auf bis zu 520.000,00 € verringern lassen. Nicht eingerechnet hierbei ist allerdings die notwendige Verlegung der Starkstromtrasse in Abschnitt 3. Im Weiteren Vorgehen müssen Abstimmungen/Einigungen mit den betroffenen Behörden und Grundstückseigentümern, Verhandlungen mit der EnBW über die Verlegung der Hochspannungstrassen, Baugrunduntersuchungen, die Beauftragung einer Vor- und Entwurfsplanung incl. Grünplanung und Ausgleichsmaßnahmen erfolgen und vertragliche Regelungen mit Entsorgungsunternehmen zur Absicherung von Kostenvorteilen getroffen
werden.

Die Gemeinderäte begrüßten die angedachten Verbesserungen des Lärmschutzes und die damit verbundene Verbesserung für die betroffenen Anwohner. Eine Entscheidung des Gemeinderats soll nach Vorliegen des Ergebnisses der Öffentlichkeitsbeteiligung und der Anhörung der Träger öffentlicher Belange erfolgen.

Vergabe von Bauaufträgen

Die zwei Sanierungsabschnitte wurden beschränkt ausgeschrieben. Los 1 betrifft den Bereich beim Bahnübergang in Buchheim (Gewann Serbenacker, Obergrün) und Los 2 betrifft in Verlängerung des Kalloweg im Gewann Höchleloch. Es wird mit einer Bauzeit von zwei Wochen gerechnet.

Als Baubeginn ist Ende Oktober / Anfang November vorgesehen. Die Fa. Knobel GmbH aus Hartheim erhielt als wirtschaftlichster Bieter den Zuschlag mit einem Angebotspreis von 30.894,34 €.
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Redakteur / Urheber
Joachim Heinrich, Hauptamtsleiter Gemeinde March