Aktuelle Meldung

Rückstau im Abwasserkanal


Von Überflutungen in Kellern und Gebäuden waren bei den beiden letzten Starkregenfällen vor zwei bzw. einem Monat einige Anwohner im nordöstlichen Teil von Hugstetten betroffen. Die aktuellen Vorfälle liegen bedauerlicherweise auch darin begründet, dass auf der Gemarkung
Freiburg ein Schieber im Kanalnetz nicht korrekt eingestellt war. Beschwerden hierzu nimmt der Abwasserzweckverband Breisgauer Bucht
entgegen. Es wurde dazu in der Gemeinderatssitzung vom 29.06.2015 sowie im letzten Mitteilungsblatt berichtet.

Die Gemeindeverwaltung lädt alle betroffenen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf 28.07.2015, 18.00 Uhr in den Ratssaal des Rathauses March zu einem Austausch über Ursachenbehebung, Schadenbeseitigung und eine eventuelle Bündelung von Beschwerden ein.

Unabhängig von technischen oder menschlich verursachten Problemen kann es bei Starkregen auch im übrigen Ortsgebiet zu Rückstau im
Abwasserkanal kommen. Die Gemeindeverwaltung verweist daher auf den nachfolgenden Artikel, der in dieser Form bereits im Mitteilungsblatt
Nr. 30/2007 veröffentlicht wurde.

In den Sommermonaten im Zeitraum Juni bis September kommt es immer wieder zu starken Regenfällen, die auf das Ortsgebiet March niedergehen.
Das örtliche Kanalnetz wird dann mit gewaltigen Wassermassen belastet. Im Kanal steigt der Wasserspiegel an - teilweise so hoch, dass das Wasser aus den Schachtdeckeln auf die Straße gedrückt wird. Der Rückstau - und der dadurch verursachte starke Druck im Kanal - setzt sich über Anschlussleitungen in die angrenzenden Gebäude fort. Dadurch kann es in Gebäuden ohne ausreichende Rückstausicherung zum Austritt von Abwasser in den Keller bzw. in die Kellerwohnung kommen.

Ein Rückstau kann zu nicht unerheblichen Schäden führen, wobei auch die in der Hausanschlussleitung befindlichen Schmutzreste in das Haus zurückgedrückt werden können. Möglich ist auch, dass die Hausanschlüsse selbst durch die plötzlichen Wassermassen der Dächer und versiegelten Flächen überlastet sind und sich dadurch ein Rückstau in die Kellerräume ergibt.

Das Fassungsvermögen der öffentlichen Kanäle kann aus wirtschaftlichen und technischen Gründen jedoch auf derart außergewöhnliche Regengüsse nicht voll ausgelegt werden. Bei Gebäuden mit Einläufen unterhalb der sog. Rückstauebene müssen daher Rückstausicherungen eingebaut werden. Rückstauebene ist Straßenhöhe und 10 cm. Die DIN 1986 sowie die Marcher Abwassersatzung, vom 29. November 2004, schreiben ebenso wie die Satzungen anderer Kommunen den Einbau von Rückstausicherungen durch die Hauseigentümer vor. Wenn eine funktionierende Rückstausicherung vorhanden ist, ist ein Rückstau aus dem öffentlichen Kanal ausgeschlossen.

Die automatischen Absperrvorrichtungen müssen nach DIN 1986 regelmäßig, d.h. im Regelfall zweimal im Jahr, entsprechend den Herstellerrichtlinien gewartet werden. Das vom Kanal unter Druck stehende Wasser dringt selbst durch einen kleinen offenen Spalt in den Keller ein. Die Absperrvorrichtungen müssen regelmäßig vom Schmutz gereinigt werden, erforderlichenfalls müssen defekte Teile ausgetauscht werden.

Der Schließmechanismus muss reibungslos funktionieren. Die Absperrvorrichtungen sollten dem heutigen Stand der Technik entsprechen
und erforderlichenfalls angepasst werden. Alte Absperrvorrichtungen bestehen meistens aus gusseisernen Klappen, die aufgrund ihres Alters
häufig nicht mehr dicht schließen. Neue Absperrvorrichtungen sind meistens aus Kunststoff , wobei je nach Hersteller doppelte Sicherungen
in Form von hintereinander liegenden Klappen angebracht sind. Durch solche Rückstauventile können böse Überraschungen vermieden werden.

Bei speziellen Fragen können Sie sich an einen Installateur (Sanitär, Haustechnik) oder an das Bauamt March, Tel. 422-9600, Herr Utz, wenden.
Das Bauamt kann beraten und hat z.B. auch Kataloge zur Einsicht.

Die Wartung ist im Regelfall nicht aufwendig und kann ggf. selbst durchgeführt werden. Sinnvoll ist es jedoch, zumindest bei der ersten
Wartung diese durch eine Fachfirma ausführen und sich beraten zu lassen. Bei Hebeanlagen ist darauf zu achten, dass die Pumpenleitung
über das Niveau der Rückstauebene geführt wird, ehe sie an den Kanal angeschlossen wird. So kann z.B. auch bei Stromausfall die absolute
Sicherheit gegen Rückstau gewährleistet werden.
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Redakteur / Urheber