Gerspachs Ofenmuseum

Ofenmuseum Gerspach Museen gibt es mittlerweile für fast alles. Warum nicht auch für Öfen? Auch sie geben Kunde davon, wie wir früher gelebt haben.

Peter und Heidi Gerspach aus March-Hugstetten sammeln Öfen, mehr als 300 haben sie mittlerweile beisammen. Man kann diese Sammlerstücke nach Voranmeldung besichtigen.

Nur zwei Gruppen pro Monat stehen auf dem Plan. Mehr geht kaum, denn an dem selbst gebauten Haus, den Hallen und Garagen gibt es noch einiges zu tun. Peter Gerspach werkelt ständig an neuen Fundstücken von Flohmärkten und Schrotthändlern. Mit dem Verkauf finanziert er sich seine antiken Öfen.
 
Die wurden inzwischen auch vom Marcher Ortschaftsrat und Mitgliedern des Roten Kreuzes besichtigt. Auch ihr Klassentreffen hat Heidi Gerspach im Museumsstüble veranstaltet. "Die, die da waren, wollen alle wiederkommen" , sagt Heidi und stellt sich an die Drehorgel. Bei den "Heimatnachmittagen" mit ihren Gästen setzt sie sich gerne ihren Strohhut mit der roten Schleife auf, orgelt die "Moritat von Mackie Messer" und singt dazu. Die Besucher dürfen auch gerne selbst drehen. Danach liest sie alemannische Gedichte von Gerda Schneider und Wiltrud Pfunder (mit der sie wohl weitläufig verwandt ist, wie sie stolz erzählt). Sie sagt: "Die muss man auch lesen können, das ist nämlich ganz schön schwierig." Der Ofen-Peter leistet seinen Beitrag, indem er Witze erzählt. "Die hen so wahnsinnig g’lacht" , freut sich Heidi.

Die Haltestelle der S-Bahn nach Breisach und Freiburg liegt nur ein paar Meter vom Haus entfernt. "Die Leute wandern oder radeln her und fahren teilweise mit dem Zug zurück. Viele nehmen dann den letzten Zug abends um elf" , erzählt Heidi. Das Highlight für die Besucher sind die Bügeleisen- oder Schneideröfen. "Viele sagen: Des hemmer au deheim g’het" , erzählt Peter Gerspach. Auch die Schnapshebeanlage im Ofen erfreue sich großer Beliebtheit.

Die Gäste können nicht nur schauen, sie werden auch mit einem Bauernvesper bewirtet. Im Winter gibt es zum Beispiel warme Suppe und Waffeln aus dem alten Waffeleisen im antiken Herd. Damit Heidi Gerspach vorher einkaufen kann, ist eine Vorbestellung bei Gruppen ab sieben Personen erwünscht. Für kleinere Gruppen ist samstags Tag der offenen Tür.

Demnächst wollen die Gerspachs nach Paris mit dem TGV. Dort wird natürlich der Flohmarkt durchstöbert. "Gestern war ich im Elsass auf dem Flohmarkt" , erzählt Peter Gerspach, "aber das hab’ ich schon alles, was die haben" . Ein Traum wäre für den Ofensammler, eine Dampfmaschine zu besitzen. Mit der würde er dann seine alte Waschmaschine und die alte Schrotmaschine betreiben. Angefangen hat die Ofen-Euphorie mit seinem Lieblingsofen, den Peter Gerspach im Wohnzimmer herrichtete. Er legte den Boden mit Papier und Karton aus und schweißte drauflos. Als Heidi nach Hause kam, musste sie erstmal lüften: Das ganze Wohnzimmer war voller Rauchschwaden.

Diese und andere Geschichten machen das Hugstetter Ofenmuseum lebendig.